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Strompreise: Oettinger kritisiert hohe Steuern in Deutschland
Strompreise: Oettinger kritisiert hohe Steuern in Deutschland01.03.2011, 14:46 Uhr - geschrieben von Michael K.
Die hohen staatlichen Abgaben treiben die Strompreise in Deutschland über das erträgliche Maß hinaus, meint Günther Oettinger, der Energiekommissar der Europäischen Union. Dem „Handelsblatt“ zufolge sieht er eine beginnende Deindustrialisierung, weil immer mehr Firmen aufgrund der hohen Stromkosten den Standort Deutschland verlassen.
Firmen wandern wegen hoher Strompreise ab
Waren es in den 90er Jahren noch die hohen Lohnnebenkosten, die viele Firmen zur Abwanderung aus Deutschland bewegten, sind es nun die hohen Strompreise, meint Oettinger. Nirgendwo sonst seien die staatlichen Abgaben für Strom so hoch wie in Deutschland. Die Grenzen der Zumutbarkeit für Unternehmen sei nunmehr erreicht, wenn mehr als 40 Prozent der Strompreise durch staatliche Abgaben bestimmt seien. Es gehöre ganz oben auf die politische Tagesordnung, darüber zu sprechen, so der EU-Kommissar.
Steuern und Abgaben belasten Strompreise über Gebühr
Tatsächlich steigen die Strompreise nicht zuletzt durch die hohen Steuern und Abgaben. Alleine die EEG-Umlage kletterte Ende letzten Jahres um unglaubliche 70 Prozent, aber auch Ökosteuer und Mehrwertsteuer belasten die Strompreise. Für die privaten Stromkunden sieht Oettinger daher auch die Grenze der sozialen Akzeptanz erreicht. Ob seine Rufe gehört werden, bleibt zweifelhaft, denn der Staat wird kaum freiwillig auf Zusatzeinnahmen verzichten. Als Kunde kann man sich allerdings zumindest einen Stromanbieter suchen, der günstige Strompreise anbietet. Durch eine größere Wechselbereitschaft würde auch der Druck auf den Markt steigen, sagen übereinstimmend alle Experten im Energiesektor.








