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Strom & Gas News

Stromnetze: Blackout war offenbar wahrscheinlicher als gedacht22.02.2012, 10:46 Uhr - geschrieben von

Um Kosten für gestiegene Strompreise an der Großhandelsbörse zu sparen, haben Stromhändler offenbar ihre Prognosen künstlich verringert. Nach Ansicht der Bundesnetzagentur hat dies zu Beginn des Monats Februar zu einer erheblichen Gefährdung der Stabilität im deutschen Stromnetz beigetragen. Medienberichten zufolge sei es zu „gefährlichen Defiziten“ gekommen, die die Behörde kritisiert habe. Ein Sprecher der Agentur bestätigte diese Berichte und sprach davon, dass es in einem Zeitraum um den 6. Februar herum zu erheblichen „Unterdeckungen im Stromnetz“ gekommen sei, die zu unterschiedlichen Tageszeiten mehrere Stunden lang angedauert hätten.

 

Kältewelle trieb Strompreise an der Börse hoch

Aufgrund der großen Kälte, die seit Ende Januar aus Sibirien nach Westeuropa geströmt war, ist der Strombedarf zeitweise erheblich angestiegen. Dabei verzeichneten die Stromanbieter nicht nur eine höhere Nachfrage im eigenen Land, sondern mussten auch noch auf die Anforderungen aus Nachbarländern reagieren. So steigerte Frankreich trotz der vielen Atomkraftwerke im Land seine Stromimporte zeitweise erheblich, um den höheren Bedarf decken zu können, der vor allem durch den verbreiteten Gebrauch von elektrischen Heizungen herrührt. Die insgesamt gestiegene Nachfrage ließ dann auch die Strompreise an den Großhandelsbörsen explodieren. Zeitweise bis zu 350 Euro pro Megawattstunde wurden für die Stromhändler plötzlich fällig.

 

Bundesnetzagentur hat Kollaps im Stromnetz befürchtet

Diese hohen Kosten waren es nach Einschätzung der Bundesnetzagentur, welche die Stromhändler dazu motivierten, ihre kurzfristigen Prognosen für den Strombedarf künstlich klein zu halten. Die Stromhändler kaufen Stromkontingente hinzu, die für Stromanbieter und Großverbraucher zusätzlich benötigt werden. Um den tatsächlich höheren Bedarf decken zu können, griffen die Stromhändler dann aber auf die sogenannte Regelleistung zurück. Dieser Strom dient normalerweise der Absicherung des gesamten Systems im Stromnetz, liegt aber mit rund 100 Euro pro Megawattstunde deutlich günstiger als der normale Strom. Dieses Verhalten hat nach Aussage der Bundesnetzagentur dafür gesorgt, dass im Falle von Störungen im Stromnetz zumindest für Teile des Landes keine Absicherung mehr vorhanden gewesen sei. Wären Kraftwerke zur Stromerzeugung in dieser Situation ausgefallen, wäre sogar ein Kollaps des Netzes möglich gewesen, so die Behörde.

 

Kaltreserve auch wegen Verhalten der Stromhändler angezapft

Auch aus diesem Grund sei es notwendig geworden, die sogenannte Kaltreserve zu aktivieren, die wegen des Atomausstiegs eingerichtet worden war. Um den Ausfall der bereits abgeschalteten Atomkraftwerke in Zeiten besonders hohen Strombedarfs kurzfristig kompensieren zu können, wird eine Reihe von Öl-, Gas- und Kohlekraftwerken zusätzlich bereitgehalten, die nur im Bedarfsfall angeworfen werden. Erstmals wurde demnach der Rückgriff auf diese Kaltreserve zu Beginn des Monats wegen der kritischen Versorgungslage im Stromnetz nötig. Die Stromanbieter, die Netzbetreiber und auch die Bundesnetzagentur hatten allerdings zuvor immer nur von einer „angespannten“ Lage gesprochen, welche die Stromversorgung aber noch nicht gefährde. Im Nachhinein zeigt sich, dass die Situation deutlich kritischer war als zugegeben wurde. So sprach der Netzbetreiber 50Hertz in einer Mitteilung inzwischen davon, dass es vom 6. bis 9. Februar mehrfach zu einer erheblichen Unterdeckung in der Systembilanz gekommen sei, die mehrere Stunden angehalten habe.

 

Auch Gasversorgung normalisiert sich wieder

Durch die Entspannung bei der Wetterlage und dem relativen Anstieg der Temperaturen hat sich die Lage inzwischen weitgehend normalisiert. Auch im Rest Europas, wo die Kältewelle zu großen Versorgungsproblemen mit Gas und Strom geführt hatte, kann langsam wieder Normalität einziehen. Besonders in der Ukraine und Russland hatte die extreme Kälte zu einem höheren Bedarf an Erdgas geführt. Zeitweise hatte der russische Konzern Gazprom seine Lieferungen nach Westeuropa sogar einschränken müssen, um dein Eigenbedarf decken zu können. Allerdings hatte das Unternehmen einen solchen Lieferengpass zunächst geleugnet und das Nachbarland Ukraine beschuldigt, unerlaubt Gas aus der Pipeline entnommen zu haben. Wegen der Gaslieferungen kommt es immer wieder zu Streit zwischen den beiden ehemaligen Sowjetrepubliken. Auch deswegen wurde inzwischen in der Ostsee eine Pipeline zwischen Russland und Deutschland verlegt, die unter Umgehung von Transitländern eine direkte Verbindung ermöglicht.


Ministerium: Kein Blackout in Deutschland – Gas- und Stromversorgung stabil13.02.2012, 14:16 Uhr - geschrieben von Michael K.

Spekulationen um einen möglichen Blackout in Deutschland gibt es schon seit der Entscheidung zum Atomausstieg. Das kalte Wetter und die Lieferkürzungen des russischen Gaslieferanten Gazprom haben aber nun in der Tat für eine angespannte Lage in den Strom- und Gasnetzen gesorgt. Dies gibt auch das Bundeswirtschaftsministerium zu. Es widerspricht aber Berichten über echte Versorgungsengpässe. So hatte die „Welt am Sonntag“ darüber geschrieben, dass es im Ministerium einen Krisenstab gebe. Dies sei nicht richtig, so eine Sprecherin des Wirtschaftsministeriums. Allerdings sei es aufgrund der besonderen Situation selbstverständlich, dass man im Ministerium derzeit engen Kontakt mit der Bundesnetzagentur und den Netzbetreibern halte.


Amerikanischer Stromanbieter darf zwei neue Atomreaktoren bauen10.02.2012, 15:52 Uhr - geschrieben von Michael K.

Die amerikanische Atomaufsichtsbehörde NRC hat am Donnerstag die Genehmigung zum Bau zweier neuer Atomreaktoren erteilt. Damit kann der Stromanbieter Southern Company die zwei neuen Blöcke eines Atomkraftwerks in Georgia wie geplant errichten. Dafür investiert der Betreiber eine Summe von rund 14 Milliarden US-Dollar und will nach eigenen Angaben Arbeitsplätze für bis zu 25.000 Menschen schaffen. Von einer „monumentalen Leistung“ war beim Stromanbieter die Rede. Es ist das erste Mal seit über 30 Jahren, dass in den USA neue Atomreaktoren genehmigt werden. US-Präsident Obama will damit die Abhängigkeit von ausländischen Ölimporten verringern.


Stromanbieter EnBW: Mappus muss kein Verfahren befürchten09.02.2012, 18:11 Uhr - geschrieben von Michael K.

Die Staatsanwaltschaft Stuttgart hat am Mittwoch mitgeteilt, dass sie weder gegen den ehemaligen Ministerpräsidenten des Landes Baden-Württemberg, Stefan Mappus (CDU), noch gegen den ehemaligen Finanzminister Willi Stächele (CDU) wegen des Verdachts der Untreue ermittelt. Es gebe keinerlei Anhaltspunkte für ein strafrechtlich relevantes Fehlverhalten der beiden Politiker, was die Übernahme der Aktienmehrheit beim Stromanbieter EnBW durch das Land angehe, so die Behörde weiter. Zuvor waren insgesamt neun Anzeigen bei der Staatsanwaltschaft eingegangen, die sich mit diesem Thema befassten.


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